Yangshuo / Guilin – China

Im vergangenen Blog hab ich geschrieben, das es in China wenige Städte gibt in denen man den Eindruck gewinnt, sie seien einigermaßen sauber und haben eine angenehme Luftqualität. Yangshuo, das ist in der nähe von Guilin, eine Stunde mit dem Flieger nordwestlich von Guangzhou gehört definitiv zu diesen Städte. Neben der historischen Altstadt bestitzt die Stadt auch ein beeindruckendes Landschaftsbild. Natürlich, kann man sich vorstellen, je weiter man sich von den Großstädten entfernt, desto ländlicher wird es. Strom haben auch die kleinsten Dörfer, welche sich weit ab vom Schuss befinden, aber hier wird teilweise noch mit dem einfachsten Werkzeugen gearbeitet oder die Sachen mit dem Esel, Bambusboot oder mit ner Schubkarre transportiert.

Die Behausungen befinden sich oft direkt an der Hauptstraße, zur Straße hin offen, evtl. mit einem Vorhang oder dergleichen als „Wand“ und im Innenraum sind dann auf 15 bis 20qm Schlafzimmer, Küche, Laden/Werkstatt und evtl. noch das Bad. Bei 4 Leuten. Ein Dach über den Kopf haben zumindest alle, auch wenn ich hier und da schon gesehen habe, dass es sich lediglich um halbe Baumrinden handelt, die als Ziegeln dienen.

Kalle und Ich sind mit dem Flieger von Guangzhou nach Guilin, mit dem Bus in die Innenstadt, zum bekannten Elefantenfelsen und danach mit dem Öffentlichen vom Guilin Busbahnhof für 12 RMB in einer Stunde nach Yangshuo. Genächtigt haben wir im sensationellen Trippers Carpe Diem Hostel, ca. 20min zu Fuß außerhalb von Yangshou. Das Trippers ist ein belgisch geführtes Hostel mit allem was man braucht. Neu, Sauber und gepflegt, kostenloses Internet, super nettes englisch sprechendes Team, gutes Essen, Fahrräder aber auch Roller zum Ausleihen und und und….. Für 120 RMB pro Zimmer. Ja das muss ich echt hervorheben, kann mich nicht erinnern mal in einem so geilen Hostel gewesen zu sein!!! www.guesthouseyangshuo.com

   

    

Wir waren 4 Tage und 3 Nächte in Yangshuo, den ersten und letzten Tag sind wir ein wenig durch Guilin gezogen. Ganz net, aber richtig schön ist es rund um Yangshuo. Wir sind 2 Tage mit den Bike durch Teeplantagen, Reisfelder, Berge und an den Flüssen entlang gefahren. Haben mit den einheimischen, die haben sich immer ultra gefreut, Bierchen getrunken und das entlang von Wegen, wo weit und breit außer uns beiden niemand war. Wir sind Routen gefahren wo selbst der Tripper, ist der Name des belgischen Hostelbesitzers, uns nochmal gefragt hat, ob wir uns sicher sind dass wir das machen wollen. Es wird richtig anstrengend sein. „You really like cycling, haaa?“ Aber letztendlich wars genau das beste was wir machen konnten. Natürlich gibt’s hier in Yangshuo auch richtige Touri Reisen, „organisiert“, chaotisch, viele Chinesen und einer rennt immer mit der Gruppenfahne vorne weg, aber von denen haben wir eigentlich zu fast keiner Zeit welche gesehen.

   

   

Am zweiten Tag sind wir durch die Fair Land Teeplantagen geradelt, wo wir Bergab aus den Plantagen an einem Granitwerk vorbeikamen, dort haben Arbeiter in einem Kiosk Karten gespielt. Mit denen haben wir erstmal ein einheimisches, mit Eis „angelaufenes“ LiQuan Bierchen gezzzischt. Danach sind wir über Baisha Town, von wo uns eine Bamboo Boot Fahrerin mit dem Rad bis zur Yulong Bridge(5Km) „verfolgt“ hat. Wir auf unseren modernen Trekking Rädern und sie auf ner chinesischen Eierschale. An der Brücke haben wir unsere Räder auf ihr Bambusflos gepackt und sind den Yulong Fluß hoch bis zum nächsten Wehr und von da aus wieder den Fluß entlang runter bis nach Yangshuo. Zwischendrin gabs mal eine Abkühlung im Fluß.

Am dritten Tag sind wir von Yangshuo der Hauptstraße entlang nach Shangri La, und ein bisschen weiter oben bei Putao dann eingebogen in die Berge bis zum Fluß gegenüber von XingPing. War ziemlich starker Anstieg, mit einer guten Aussicht oben am „Pass“. Zwischendrin haben wir öfters nach dem Weg fragen müssen, da wir uns an den „Abzweigungen“ auch nicht sicher waren. Am Fluß war dann Endstation und zum Glück gab es Bamboo Boote, Tripper hatte nämlich gemeint es gäbe keine. Nach der kleine Bootstour auf dem Li Fluss hoch nach Yangdi und wieder zurück sind wir kurz vor XingPing wieder runter vom Boot und von da aus wieder zurück nach Yangshuo. In XingPing konnte der Bamboo Boot Fahrer uns nicht direkt rauslassen, weil sonst die „Fluss Mafia“ an der Anlegestelle der großen Boote unwahrscheinlichen ärger macht. Sein gestisches Zeichen war => Kehleaufschlitzen. Naja….Unser Captain war jedenfalls so nett, das er sogar mit uns sein Chi Fan (Mittagessen) geteilt hat. Wir haben für die Flussfahrt 180RMB komplett bezahlt und die großen Boote, die haben ein Monopol in Guilin, von wo sie aus jeden Tag um 9:30 Uhr losfahren und einem 520RMB pro Nase abzocken. Die ganzen Bamboo Boote fahren da angeblich alle Illegal rum.

Abends waren wir natürlich mal in der Stadt unterwegs. Da gibt es ordentliche Locations. Sogar selbst gebrautes Fassbier haben sie da und einen Abend waren wir mit der Belegschaft vom Hostel im Garten zusammen gesessen, Abendessen & Bierchen getrunken.

Yangshuo war bisher der schönste Ort an dem ich in China gewesen bin, die Großstädte kann man sich im Prinzip fast alle sparen. Weit weg davon ists wie immer am schönsten. Leider war das aber jetzt erstmal die letzte Reise im Reich der Mitte. Jetzt geht’s erstmal zurück nach Good Old.

   

   

   

   

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